Mystik an der Leine des Alltäglichen

Mystik an der Leine des Alltäglichen Taschenbuch, 192 Seiten
Verlag HERDER, Band 7013 
ISBN: 978-3-451-07013-6
€ (D) 8.00 / sFr 13.00

Übersetzungen: Brasilien, China

Aus dem Vorwort:

Vincent van Gogh hat Bäume gemalt, die bis zu den Sternen reichen. Als er einmal gefragt wurde, wo es denn solch riesige Bäume gebe, soll er geantwortet haben: "Solche Bäume fand ich, als ich neben ihnen sass und ihr Flüstern vernahm. Ich hörte sie sagen: Wir sind die Sehnsucht der Erde, die Sterne zu erreichen."

Und jetzt betrachten Sie einmal das Umschlagsbild dieses Buches. Auch da sind Sterne zu sehen. Aber keine Bäume. Im Vordergrund hängt eine ganz profane Wäscheleine. An ihr baumeln Socken, ein Tuch, eine Hose. Vielleicht hat jemand die Wäsche vergessen, so dass sie über Nacht hängen geblieben ist, vielleicht muss das auch so sein. Was aber hat der weisse Vogel auf der Leine zu suchen?

Er erzählt den Sternen und dem Mond von der Wäsche und den Menschen, die sie aufgehängt haben. Oder ist es umgekehrt? Erzählt er den Socken, dem Tuch und der Hose vom Mond, den Sternen und der Weite des Himmels?

Das Bild verbindet etwas so Gewöhnliches wie frisch gewaschene Socken mit einem stillen, weiten Hintergrund. Denken wir uns die Wäscheleine und den Vogel weg, wäre es ein langweiliges Bild. Blenden wir den Hintergrund aus, wäre es noch langweiliger. Offensichtlich gehört beides zusammen. Vordergrund und Hintergrund sind aufeinander bezogen. In diesem Spannungsfeld entfaltet sich die Mystik.

…………………..

Das Buch nimmt die Mystik an die Leine des Alltäglichen. Diese entfaltet sich in den vielen kleinen und grösseren Geschichten, wie wir sie von früh bis spät erleben. Ich habe einige davon notiert und auf ihre Bedeutung hin befragt. Dabei lasse ich mich von der Freiheit eines Spaziergängers leiten, der mit jedem Schritt die Welt neu entdeckt.

Übrigens: Auch dieses Buch hat bereits einen längeren Weg hinter sich. Im Jahr 2007 ist es erstmals erschienen, damals noch unter einem anderen Titel. Drei Jahre später folgte die Taschenbuchausgabe. Und jetzt liegt diese überarbeitete und gekürzte Neuausgabe vor.

So ist es eben mit der Mystik und ihren Geschichten respektive den Geschichten und ihrer Mystik. Da steht kaum etwas fest, aber es geht etwas. Gehen Sie mit und lassen Sie sich überraschen!

Hardcover 2007 Taschenbuch 2010 Neuausgabe 2016

Ein Buch in drei Gewändern

Pressestimmen

„Dieses Buch handelt von der Mystik, was ehrwürdig und schwierig klingt. Lorenz Marti freilich geht in sie spielend hinein, im wörtlichen und übertragenen Sinn. Er erzählt von Fußgängen und lässt auch die Gedanken schreitend schweifen. Der Autor weiß viel und lässt bedeutende Größen wie Meister Eckhart, Laotse, Robert Walser, Kierkegaard oder Schopenhauer sprechen, nur riecht das nicht wie in wissenschaftlichen Bibliotheken: weltfremd, trocken, staubig. Stattdessen wird ein Philosoph wie Heidegger in zehn Zeilen verständlich gemacht, das muss man erst mal können. Lorenz Marti kann noch sehr viel mehr: Er sagt nämlich - ich. Endlich ein religiöser Autor, der erkennbar ist. Kurzum: Ein Charakterkopf, der seine Zeit nicht damit verbringt, Ecken und Kanten abzuschmirgeln. Mit diesem Autor geht man gern spazieren, weil er an keiner Stelle behauptet, perfekt zu sein. Dieser unperfekte Autor hat ein wunderbares Buch verfasst.“
Georg Magirius bei amazon.de

„Lorenz Marti durchstreift die Welt auf siebzig Spaziergängen und zeigt, dass gerade in alltäglichen Dingen Verborgenes schlummert. ‚Die Wahrheit geht zu Fuss’ lautet eine wichtige Lebenserkenntnis, die im Buch in anregenden Texten - oft mit einem leichten Augenzwinkern geschrieben - ihren Niederschlag findet… Es ist wohltuend, wie sich beim Lesen der Texte von Lorenz Marti so vieles zu relativieren beginnt, wenn man die Dinge einmal aus einer anderen Perspektive betrachtet.“
Benno Bühlmann in Neue Luzerner Zeitung

„Die Lektüre ist so nützlich, weil Marti sich keine Sekunde mit den Spekulationen aufhält, wie sie in der Szene mit Spiritualität und Erleuchtung verbunden werden. Vielmehr bringt er die Spiritualität dorthin, wo sie hingehört - in den gelebten Alltag, in die gewöhnlichen Dinge. Er erzählt warmherzig, unprätentiös… Beide Bücher ernüchtern auf eine herzliche Weise und ermuntern zu jener entspannten Achtsamkeit im Alltäglichen, die zu einem Schlüssel für die Seinserfahrung werden kann.“
Burkhardt Kiegeland in Eins Und Sein

„Wenn bei ihm ein Bekenntnis entscheidend wichtig ist, dann wohl dies: Der Mann ist ein bekennend leidenschaftlicher Spaziergänger. Beim Spazieren werde ihm am besten bewusst, dass alles, was er mit seinen Sinnen wahrnehme, etwas Geheimnisvolles in sich trage, schreibt der Berner Radio-Journalist, Kolumnist und Buchautor Lorenz Marti. Gerade die Leichtigkeit der Bewegung beim Spazieren erlaube es, ernste Fragen spielerisch anzugehen, löse Verkrampfungen und eröffne neue Perspektiven, mutmasst der Autor... Lächelnd und mit einem Plädoyer für den freundlichen Blick auch in einer unfreundlichen Welt beendet Marti sein leichtfüssiges und unprätentiöses Buch. Ein Kleinod.“
Josef Bossart in KIPA Katholische Internationale Presseagentur


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